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Iron Maiden – Run for your lives tour 2025

Begonnen hat es irgendwann 1986/1987. Mein Jungendfreund kam in mein Zimmer. Er hatte eine Kassette dabei. Er steckte sie in den Kassettenrekorder und drückte die Play Taste. Zuerst hörte ich eine Stimme, die etwas erzählte, dann ging es los. Ich hörte zum ersten Mal Iron Maiden. The number of the beast.

Es war der Beginn einer musikalischen Verbindung, die mich bis heute prägte. Ich kaufte Alben. T-Shirts. Eine riesige Fahne, die auf diverse Jugendfreizeiten mit auf Reise ging.

Irgendwann 2001 sah ich sie zum ersten Mal. Eine kleine Halle. Vielleicht zehntausend Leute. Zwölf, dreizehn Jahre später sah ich sie ein zweites Mal. Und jetzt wieder. 2025 zum 50. Bühnenjubiläum. Und ich kann Ihnen sagen, es war großartig.

Zum Einstieg 2, 3 neuer Songs. Dann ein Hallo an das Publikum und dann ging es los. So richtig. Die haben die Klassiker runter gerissen. Und sie wurden dafür geliebt. So viel Dampf. So viel Energie. Sie viel Dynamik auf der Bühne. Es war ein großartiger Abend.

Irgendwann, gegen 3 Uhr morgens, bin ich betrunken ins Bett gefallen. Glücklich. Zufrieden. Ich habe sie noch einmal gesehen. Passt. Was will man mehr.

Manowar – Blood of our enemies Tour 2025

1988 oder 1989. In einem der beiden Jahre bekam ich eine Manowar LP in die Hand. Ich überspielte sie auf eine Kassette. Und dann dudelte die Scheibe permanent in meinem Walkman hoch und runter.

Und nun, ein halbes Leben später, habe ich sie mir einmal live angesehen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wenn man einen Sänger mit 73 Jahren auf der Bühne stehen sieht, der einen ganzen Zahl zum Kochen bringt.

Das einzig was auffällt ist, der Bewegungsradius auf der Bühne wird kleiner. Sind die Bandmitglieder früher wie die Irren hin und her gelaufen, ist das heute alles ein wenig statischer. Weniger Bewegung, aber keinerlei Abstriche an der Musik.

War gut. Hat gefallen. Ich hab Carry On vermisst. Das wäre es noch gewesen. Aber gut, ist wie es ist. Ich kann sie von meiner Bucket List streichen. Ich habe die lauteste Band der Welt gesehen.

Betontod – Zeig Dich Tour 2024/2025

Noch eine kleine Nachlese des letzten Wochenendes.

Mit dem besten einen kleinen Zug um die Häuser unternommen und gemeinsam ein kleines Punkkonzert besucht. Betontod. Die Band war bis dahin nicht bekannt. Und erst am Morgen des Konzertes, kam ich dazu, einmal die aktuelle Scheibe hineinzuhören.

Nett gemachter deutscher Mainstream-Punk. Eingängige Musikstücke. Melodisch. Gut konsumierbar. Unterhaltsam. Ein bisschen mitteilungsbedürftig. Im Jahre 2025 ist Punk nicht mehr wirklich Punk. Punk ist ein musikalisches Produkt. Interessant ist, dass die Band auch mit Einflüssen aus dem Ska Bereich und Metal arbeitet. Was wirklich gut funktioniert.

Alles in allem gute Musik. Unterhaltsamer Abend inkl. Bier und Event-Pommes mit Mayo.

Pawel Popolski – Polkamania

Seit langen mal wieder etwas Kunst, oder was man auch darunter verstehen möchte, genossen. Mit dem Besten am letzten Donnerstag einen Abend im Gloria Theater verbracht.

Bis vor einem Jahr kannte ich den Künstler Pawel Popolski nicht. Wurde mir bei Instagram reingespült und ich dachte mir sofort: Hey, den willst Du mal sehen. Eine sehr gute Bühnenshow. Was mir besonders gefallen hat ist der Umstand, dass dieser Künstler wirklich noch mit dem Publikum arbeitet. Und für mich macht es das aus. Das nicht einfache abspulen eines Programms, sondern das Interagieren. Aktion und Reaktion.

Sollten Sie einfach mal die Chance haben ihn zu sehen, holen Sie sich eine Karte und genießen Sie den Abend. Es lohnt sich. 1 3/4 Stunden Kurzweile.

Sollten Sie sich einen kleinen Eindruck verschaffen wollen, dann wechseln Sie einfach auf Youtube.

AC/DC auf Schalke

Wenn man Wikipedia befragt, dann kann man in die Veltins Arena auf Schalke, nutzt man den Innenraum mit, 70.000 Leute unter bekommen. Das ist eine Hausnummer, wenn man in Betracht zieht, dass man einer musikalischen Darbietung, einiger älterer gesetzter Männer aus Down Under lauscht.

Oftmals gehen Jugendliche mit ihren Eltern auf ein Konzert, wo die Eltern als Begleitern fungieren. Gestern, bei AC/DC war das anders. Dort kamen die Eltern und hatten ihre Kinder im Schlepptau, um ihnen, meine Vermutung, mal zu zeigen, was sich Mama und Papa so für Musik anhören.

Die Normalverteilungskurve der Besucher war leicht nach U40 verschoben. Was dem Tragen von schwarzen Netzstrümpfen, Kutten mit Aufnähern, roten Haaren, zu engen T-Shirts, mit sich darunter abzeichnenden Brüsten, bei etwas mehr Speck auf dem Rippen, keinen Abbruch tut. Wenn Ihnen klar ist, dass Brian Johnson mit 77 Jahren da eine Show abzieht, kommen Sie sich als Ü50er wie ein jungen Spring-ins-Feld vor. Früher war mehr Bier, mehr Titten und mehr pralle Ärsche in den engen schwarzen Lederminiröcken.

Die Show war ruhiger, als sie es zum Beispiel damals bei der Black Ice Tour war. Und ja, wenn man 77 Jahre alt ist, dann braucht man zwei, drei Songs, bis man die Stimme auf dem Level hat, wie sie zu AC/DC passt. Es wird weniger hin und her gelaufen, die Energie wird für die Musik benötigt.

Wenn wir es reduzieren ist AC/DC an seinem Kern angelangt, der aus Angus Young und Brian Johnson besteht. Phil Rudd ist als Schlagzeuger, aufgrund seiner Kapriolen, ersetzt worden. Stevie Young hat seinen verstorbenen Onkel Malcom Young ersetzt. Und Cliff Williams ist auch nicht mehr mit von der Party. Und dennoch, durch massive Präsens von Brian und Angus ist das erhalten geblieben, was AC/DC ausmacht, in seiner Musik, Form und Art.

Für mich war es ein großartiges Erlebnis die Band noch einmal sehen zu können. Dreimal konnte ich sie sehen. Jetzt würde ich mir wünschen, dass ich sie so in Erinnerung behalten kann. Es ist gut, wie es ist. Mich hat die Band beschäftigt, seit ich morgens mit Heiko und Marko auf dem Weg zu Schule immer noch am Spielplatz angehalten hatte, um dort noch vor der Schule eine Zigarette zu rauchen. Hard´ Heavy war der Bestandteil unserer Jugend. Und während die Schulkameraden sich ihre Tipps von Dr. Sommer aus der Bravo holten, lasen wir Metal Hammer und diskutierten darüber, wie geil das Headliner Cover von Monsters of Rock, damals in Schweinfurt, war, mit Iron Maiden als Platzhirsch. Das Ticket kostete damals irgendwas zwischen 40-50 Deutsche Mark. AC/DC auf Schalke, Nordkurve, 160 EUR.

Wenn ich es schaffe nur halb so viel Energie mit ins Alter zu nehmen, wie Angus Young und Brian Johnson, dann muss man sich nicht um das Altwerden kümmern. Ich bin überzeugt, wenn man etwas hat, für das man brennt, dann wird es einem am Leben erhalten. Man darf nur nie damit aufhören.

Ich kann nur sagen: Danke für eine tolle Show. Für einen grandiosen Abend. Für all das, was mir in meinem Leben an Momenten widerfahren ist, wo ein AC/DC Song dazu lief. Für die handgemachte Musik, die so viele Male lief, wenn ich und meine damaligen Kumpels, bereits betrunken hin und her stolperten. Danke, dass ich die Ära erleben durfte.