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Der blaue Delphin

Erinnerungen aus der Zwischenzeit.

Es war Sonntag und wir saßen gemeinsam beim Frühstück im Stammlokal meines Besten. Ein ordentliches und bodenständiges Lokal. Große Holztische und solide Holzbänke. Und die Menge des Essens ließ das Herz eines Mannes höher schlagen.

„Und dann sind Nicola und ich in den Sexshop gegangen. Es ist ein Sexshop nur für Frauen und dort haben wir uns beraten lassen. Da ist nichts dabei und anschließend sind wir beide mit dem blauen Delphin nach Hause gegangen.“

Mein Bester, der neben mir saß, verschluckte sich und spuckte ein Teil des Lachsbrötchens wieder auf den Teller. Es blieb genau am Tellerrand hängen. Weniger weil die Aussage schockierend war, sondern eher weil sie wie ein Angriff aus dem Hinterhalt kam. Ein Schuss aus dem Nichts. Genau zwischen die Augen. Eben sprachen wir noch über die Arbeit, kauten irgendwelche Prozesse durch und im nächsten Moment fanden wir uns bei einem Frühstück in diesem Lokal wieder und hatten ein Gespräch über Vibratoren und Sexshops für Frauen an der Backe.

„Er ist stufenlos einstellbar und die Verkäuferin sagte, dass er auch wasserdicht sei. Und es stimmt, er funktioniert auch unter Wasser tadellos.“

Ich stocherte in meinem Rührei herum und schaute leicht irritiert nach rechts zu meinem Besten, der den Blick erwiderte.

Vor meinem Auge baute sich ein Bild auf. Das blonde Geschöpf, das mir gegenüber in Badewanne saß und sich mit einem Vibrator vergnügte. Ich sah ein vergnügtes Gesicht und  Wellen vor mir. Verursacht durch ein vibrierendes Gerät im Wasser.

„Was ist?“, fuhr sie fort, „Es ist nichts dabei wenn eine Frau in einen Sexshop geht, sich auch beraten lässt und sich dann etwas kauft.“

Mein Sitznachbar holte tief Luft.

„Nein, natürlich ist nichts dabei. Aber wir sind gerade am Frühstücken und wie in aller Welt kommst Du gerade auf dieses Thema.“ In der Regel war er immer gefasst und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Hier war das Ende der Fahnenstange erreicht.

In meinem Kopf sah ich jetzt eine Badewanne, die bereits hin und her wackelte und dabei gigantische Mengen an Schaum produzierte, wie ein Pürierstab in einer Spargelcreme-Suppe.

„Wir stehen Euch Männer um nichts nach“, schob sie hinter her.

„Das ist ja auch okay, aber das sind einfach zu viele Information“, es sprudelte aus ihm heraus. „Hörst Du… TO MUCH INFORMATION !!“

Vor meinem geistigen Auge explodierte die Badewanne. Bääääääääääm.

„Ich wollte es einfach nur mal erwähnt haben.“ Die Blonde strich sich angesäuert ihre Haare aus dem Gesicht, schaute wieder auf ihren Frühstücksteller und quetschte, bei dem Versuch eine Tomate auf die Gabel zu bekommen, diese halb zu Tode. „Ich mag meinen blauen Delphin.“

Neben mir fiel eine Gabel auf den Teller und ich war der Meinung so etwas wie eine Schockwelle zu spüren, die sich durch das Universum zog und ihren Ausgangspunkt 40 cm neben mir hatte.

„Ist alles recht? Mögt Ihr noch was?“, fragte die etwas zu klein geratene Bedienung mit den schwarzen Haaren zum Pferdeschwanz gebunden, die ihre Größe mit einem etwas breiteren Hintern und zwei 1a Möpsen locker ausgleichen konnte.

„Ich brauch ein Bier!“, sagte mein Bester. „Schnell.“

Ich kniff die Augen zusammen und machte ein nachdenkliches Gesicht. Ich fragte mich, was die kleine Schwarzhaarige wohl für Geräusche von sich geben würde, wenn man ihr so einen blauen Delphin in den Hintern schieben würde. Ein interessanter Gedanke, wie ich fand und stellte mir weiter vor, wie sie sich da so auf meinem Bett räkeln würde und mir ihren Arsch entgegen streckte.

„Und Du?“ Sie sah mich an.

„Ich?“, fragte ich überrascht und ich wurde herausgerissen aus meinen Gedanken, das Bild löste sich in Luft auf  „Ach weißt Du was, bring mir auch ein Bier. So ein Bier geht eigentlich immer.“

Die Geschichte, die nie erzählt wurde

Es war Januar. Eine Woche zuvor hatte es geschneit. Dann war es kalt geworden. Richtig kalt. Arschkalt. Mit festgetretenem Schnee, der sich sich in spiegelglatte Eisflächen verwandelte. Zu einer festen Masse zusammengefroren. Da war dieses Restaurant. Ich kannte es, weil sie einen hervorragenden Mittagstisch anboten. Ab und an bin ich dort mit einer Kollegin essen gewesen. Als die Truppe aus der Vorlesung für Einkommen- und Umsatzsteuer auf die Idee kamen, man könnte doch einmal gemeinsam etwas essen gehen, hatte ich mich bereit erklärt, ein Lokal auszusuchen und einen Tisch zu reservieren. Und ich wählte eben genau dieses. Es war perfekt.

Es war eine verrückte Zeit. Ich lebte auf der Überholspur und in einer ziemlich verrückten Konstellation. Ein paar Jahre zuvor hatte ich Schatz geheiratet. Dann tauchte Hase auf der Bildfläche auf. Gruppenleiterin im Rechnungswesen. Wir hatten uns recht gut verstanden und so ergab irgendwann das Eine das Andere.

Es kam wie es kommen musste. Die Sache wurde kompliziert. Aber anstatt, dass es eine Entscheidung zu fällen gab, lernten die Damen sich kennen. Und sie verstanden sich dermaßen gut, dass sich daraus eine halbwegs stabile Kiste entwickelte. Das ging soweit, dass wir sogar gemeinsam in den Urlaub flogen. Ich, Schatz und Hase auf Abenteuerurlaub in Bulgarien. Mit einem Abstecher per Bus nach Istanbul und wieder zurück. Was für ein Urlaub. Selbst ihren Geburtstag hatten die Frauen mit dem gemeinsamen Freundeskreis gefeiert. Es war schon ein bisschen verrückt.

Hase, die diese Vorlesungen mit mir besuchte, war den Abend ebenfalls dabei. Schatz hatte damit nichts zu tun und war zu Hause geblieben. Es war ein netter Abend. Das Essen war gut. Hase bestand und bekam ihre Flasche Wein zum Essen. Und selbst die Gespräche mit den Anderen am Tisch verliefen ohne größere Schwierigkeiten. Eine runde Sache. Ein richtig entspannter Abend.

Es war schon etwas später. Die ersten hatten bereits bezahlt und waren aufgebrochen.

„Ja, war es das jetzt schon?“, fragte Nikki in die Runde. Blonde, schulterlange Haare. Sie hatte ein einnehmendes Wesen und war herrlich direkt. Immer ein Lächeln im Gesicht. Wir fuhren oftmals Abends gemeinsam die gleiche U-Bahn Linie nach Hause. Sie liebte die Geschichten aus dem Büro vom bockigen Etwas. Ich erzählte sie immer. Im Grunde genommen bekam sie erzählte Blogposts. Sie leitete die Buchhaltung in einem kleineren Mittelstandsunternehmen.

„Eigentlich könnte man doch noch etwas starten“, fragte Hikmet. Der kleine Türke in der Gruppe. Ein netter Kerl. Ende 20. Ebenfalls verheiratet. Seine Frau eine Bildhübsche. Träumte von einer Laufbahn als Steuerberater. Zumindest wollte er das machen. Visionen hatte er. Das muss man ihm lassen. Fachlich war er nicht so sattelfest. Ich mochte ihn. Er war immer Feuer und Flamme wenn es um irgendwelche Unternehmungen ging. Gehörte zu der Sorte von Menschen, die schnell zu begeistern waren.
Ich sagte nichts. Schaute nur in die Runde.

„Also für mich ist das nichts“, sagte Hase. „Ich bin da raus.“ Dann schaute sie mich an. „Ich wünsche Dir noch viel Spaß. Du gehst sicher mit. Ich kenne Dich doch.“

Mir gegenüber saß der braunhaarige Lockenkopf mit den pastellgrünen Augen. Der sagte nichts. Legte den Kopf schräg und nickte nur dazu.

„Wisst ihr was? Wie gehen ins M!“ Nikki beugte sich über den Tisch nach vorne und die Begeisterung stand ihr in den Augen. „Ich habe Bock auf Feiern.“ Alle schauten sie an. Sie hatte diesen irren Blick drauf, den sie sonst nur in der Vorlesung zum Steuerrecht hatte. „Das soll echt super da sein“, sagte sie.

Ich löste mich und Hase aus. Bezahlte das Essen und den Wein. Zog meinen Mantel an und stapfte mit den verbleibenden anderen Drei durch die Kälte in Richtung der größten Diskothek der Stadt.

Wir waren zu früh da. Der Laden war noch nicht einmal zur Hälfte voll. Wir deckten uns mit Getränken ein und wanderten durch die unterschiedlichen Bereiche. In dem größten Raum, wo die Musik am Lautesten war blieben wir an einem Stehtisch hängen. Da standen wir nun. Ich entschied, es wäre eine gute Zeit für weitere Drinks. Ich trottete an die Bar. Wartete bis ich an der Reihe war. Bestellte bei einer kleinen Blonden 4 Caipis. Ich bezahlte und war großzügig mit dem Trinkgeld.

Da standen wir und glotzen durch die Gegend. Die Musik war so laut, dass man sich nicht vernünftig unterhalten konnte. Also sprach jeder mit dem, der gerade neben ihm stand. Nikki und Hikmet waren aufgedreht, redeten und gestikulierten dabei wie die Verrückten. Ich stand neben der Braunhaarigen. Sie trug Schuhe mit hohen Absätzen. Solche wo die Schlaufen um die Fußfesseln gehen. Nylonstrumpfhose. Der Hintern steckte in einem wirklich kurzen dunkelgrauen Rock, den ich vorher gar nicht so wahrgenommen hatte. Darüber trug sie eine schwarze Bluse. 2 Knöpfe aufgeknöpft. Ein tiefer Einblick. Die braunen Haare waren gelockt und lagen auf ihren Schultern auf. Der Lippenstift war dezent und die Augen waren nur leicht betont. Sie schminkte sich nur wenig. Sie war ein eher dunkler Typ. Man hätte sie leicht für eine Italienerin halten können. Aber dann waren da diese pastel-grünen Augen.

Wir fingen an uns zu unterhalten. Sie saß seit einem dreiviertel Jahr neben mir in den Vorlesungen und ich wusste nichts über sie. Sie arbeite in einem Steuerbüro. Besaß ein Pferd. Hatte eine Leidenschaft für das Segeln. Hatte ein kleines Boot an einem der Seen in der Umgebung und eine Ferienwohnung in den Bergen. War noch keine Dreißig. Das junge Ding hatte einen wesentlich älteren Freund.

Ich war gut gelaunt. Ich wollte Feiern. Ich wollte trinken. Also holte ich wieder bei der kleinen Blonden vier Drinks. Bezahlte. Und gab wieder großzügig Trinkgeld.

Die Musik wurde fetziger. Die Bässe wummerten. Ich sprach kurz mit dem kleinen Türken. Dann auch mal mit Nikki. Dann wieder mit dem Lockenkopf.

Ihr großes Ziel. Steuerberater. Mal eine eigene Kanzlei.

Ich war durstig. Ging zur Bar. Platzierte mich in der zweiten Reihe und wurde von der kleinen Blonden über die erste Reihe hinweg sofort nach meinen Wünschen gefragt. 4 Caipis. Ich konditionierte mit einem guten Trinkgeld.

Ich erzählte ein bisschen was von mir. Sie erzählte ein bisschen was von sich.

Die Getränke verdunsteten förmlich. Ich ging zur Bar. Ohne ein Wort zu sagen, stellte mir die Blonde 4 Caipis hin. Keine Wartezeiten mehr. So mag ich das. Ich zog einen Schein aus der Tasche bezahlte. Gab Trinkgeld.

Ich war mittlerweile etwas angetrunken. Ich musterte den Lockenkopf. Ich blickte auf ihren Hintern. Als ich meinen Blick von ihm nahm, bemerkte ich, dass sie mich ansah.

„Was denkst Du?“, wollte sie wissen und nahm den Strohhalm zwischen ihre Lolitalippen.

„Was für ein hübscher Arsch… „, antworte ich und hob das Glas als würde ich einen Toast auf ihren Hintern aussprechen.
„Gefällt er Dir?“
         „Das tut er!“
„Meinem Chef nicht!“
       „Nein?“
„Mein Freund trinkt am Wochenende lieber, als mit mir Sex zu haben. Also dachte ich, ich versuche es mal bei meinem Chef.“
      „Das ist nicht Dein Ernst?“
„Doch. Ich habe mich zurecht gemacht und habe versucht ihn anzumachen… das hat nicht funktioniert. Ich habe den kürzesten Rock angezogen, den ich hatte. Und eine Bluse. Weit aufgeknöpft. Er hat mich nicht angefasst.“
      „Hat er nicht?“
„Nein. Hat er nicht!“
Ich stutzte. Ich hatte einen sitzen. Hatte ich richtig gehört?
      „Also ich hätte zugefasst!“ Ich machte eine Pause. „Und ich hätte Dich gleich auf dem Schreibtisch gevögelt.“

Sie sagte nichts und sah mich nur an.

Ich sah an ihr herunter. Mein Blick blieb an ihrem Hintern kleben. Ich überlegte kurz. Egal. Streckte meine Hand aus und griff zu. Packte fest zu und ließ meine Hand auf der Wölbung des Rockes liegen..
Sie sagte nichts. Schaute mich nur an. Lächelte kaum merkbar. Dann rutschte sie näher an mich ran und legte einen Arm um mich.

Hikmet und Nikki waren schon jenseits von Gut und Böse. Sie tanzten. Prosteten uns zu. Lachten. Scherzten. Feierten und waren guter Dinge. Und ziemlich betrunken.

Ich holte noch weitere Getränke. Genau genommen bezahlte ich den ganzen Abend. Aber es war mir egal. Ich war gut drauf. Es fühlte sich alles gut an. Es war wie ein Rausch. Wir tranken. Wir klebten aneinander. Wir waren total betrunken. Es muss irgendwann gegen halb drei Uhr morgens gewesen sein, als wir aufbrachen. Ich war voll wie ein Eimer und hatte den braunhaarigen Lockenkopf im Arm. Nicki zog Hikmet Richtung Ausgang, der irgendwann zu viel Testosteron in der Blutbahn hatte und anfangen hatte, jedes weibliche Wesen dass an unserem Tisch vorbei kam anzusprechen und versuchsweise anzufassen.

Als wir den Laden verließen winkte ich der kleinen Blonden hinter dem Tresen zu. Sie kam hinter hervor und lief zu mir rüber. „Kommst Du öfter hier her?“, fragte sie. Ich verneinte. Und noch während ich neben der Braunhaarigen stand, drückte sie mir einen Kuss auf und meinte, ich sollte wirklich dringend wieder kommen. Keine Ahnung, wieviel Trinkgeld ich den Abend gegeben hatte. Mir war es egal. Und ich betrat den Laden auch nie wieder.

„Kommt…“, sagte Nicki. „Raus hier. Ich habe meinen Mann angerufen. Der holt uns alle ab.“ Sie lachte. Hatte den kleinen Türken im Arm und bewahrte ihn vor weiterem Unfug.
          „Wo musst Du hin?“, fragte ich den braunhaarigen Lockenkopf.
„Zum Bahnhof. In die S-Bahn“, sagte sie. Sie beugte sich vor. „Lass uns zu Fuß gehen“, flüsterte sie und küsste mich.
          „Nicki?“
„Ja“
         „Wir gehen zu Fuß!“, rief ich.
Hikmet ruderte mit den Armen. „Warum wollt ihr zu Fuß gehen?“
„Die beiden gehen zu Fuß.“ Nicki lachte. Sie lachte wie sie immer lachte. „Komm… wir müssen zum Auto.“
Die beiden stiefelten los. Aus dem Ausgang, hinaus in die Nacht und verschwanden irgendwo auf dem Parkplatz in einem Auto.“

Wir trotteten über den Parkplatz, gingen ein Stück die Straße gerade aus und bogen rechts ab. Von dort aus ging es immer gerade aus. Wir würden genau auf den Bahnhof zukommen.

Wir gingen Hand in Hand die Straße entlang. Wir waren betrunken. Wir lachten. Wir drehten uns um uns selbst. Blieben stehen und küssten uns. Arbeiteten uns von Hauseingang zu Hauseingang weiter den Weg zum Bahnhof vor. Wir brauchten eine Ewigkeit. Am Bahnhof gegenüber blieben wir vor einem Hotel stehen. Ich schaute sie an.

„Lass uns hier bleiben. Wir nehmen uns einfach ein Zimmer. Bleiben hier. Einfach so“, sagte ich. Ich hatte die Kreditkarte schon aus der Tasche gezogen und wollte sie an die Rezeption ziehen. Ich hatte das Gefühl am Leben zu sein. Ich fühlte etwas. Und ich war total betrunken. Sie hielt mich fest. Zog mich an sie ran. Sie griff an die Revers meines Mantel und küsste mich.
          „Nein, ich kann nicht. Ich muss nach Hause. Ich muss jetzt die erste S-Bahn nehmen. Ich bekomme so schon einen riesen Ärger.“
„Aber zum Teufel… wen interessiert Ärger, wenn man…..“, ich wollte groß ausholen aber sie stoppte mich.
          „Nein“, wiederholte sie. Wieder küsste sie mich und ich starrte nur in diese traurigen grünen Augen.

Als sie in die S-Bahn stieg und sich noch einmal umdrehte, presste ich meine Hand an die Glasscheibe. Dann setzte sich der Zug in Bewegung. Ich ging noch ein paar Schritte mit. Dann war der Zug mit ihr weg.

Mir war kalt. Ich fror. Der Alkohol und die Müdigkeit taten ihr übriges. Ich nahm mir ein Taxi und zahlte 50 EUR um nach Hause zu kommen.

Ich würdigte den Abend am nächsten Tag mit einer Notiz in meinem Blog, den ich gute zwei Monate vorher im November des Jahres 2005 angefangen hatte. 3 Sätze.

Das dieser Abend mein Leben ändern sollte, wusste ich nicht. Dass dieses Erlebnis der Auslöser war, der alles bisher Dagewesene auf den Kopf stellen sollte, hätte ich mir nicht einmal im Traum erdacht. Die kommenden 4 Monate ließen kein Stein auf dem Anderen.

Ich verließ Schatz, ein Jahr später waren wir geschieden, und Hase und beendete damit das Dreiecksverhältnis, in dem ich lebte. Ich entledigte mich zweier Affären, die nebenher liefen. Und ja, die beiden Damen waren richtig sauer. Ich verlor durch mein Handeln meinen Jugendfreund, der sich von mir abwandte, weil ich in seinen Augen ein durchgeknallter Egomane war. Und alles nahm ich hin, weil ich glaubte etwas wiedergefunden zu haben, nach dem ich die letzten 15 Jahre vergeblich gesucht hatte. Und tatsächlich war ich für eine kurze Zeit wirklich glücklich. Trotz allem.

Ich bemühte mich wirklich aufrichtig treu zu sein, was mir auch für ein paar Monate gelang. Unter dem damaligen Gesichtspunkt und dem Lebensstil wirklich eine anerkennungswürdige Leistung.

Die Geschichten mit der Süßen füllten fast zwei Jahre einen ganzen Blog. Aber selbst das, war alles nur der Einstieg in ein noch viel größeres Abenteuer. Und das ist bis jetzt noch nicht zu Ende.

Heute ist Blog Geburtstag. Am 14.11.2005 saß ich im Büro. Im Büro in der großen Stadt im Süden. Zwei Tische weiter saß das bockige Etwas und während ich auf sie schaute, schrieb ich den ersten Post und Herr MiM erblickte das Licht der Welt.

Noch 83 unveröffentlichte Entwürfe von Posts, die ich dann doch lieber nicht veröffentlicht habe, liegen dort noch herum.

Und während das alles geschah, beobachtete mich das Ameisenmädchen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hallo, mein Name ist Herr MiM, und ich mache diesen Schwachsinn jetzt schon 19 Jahre. Und es werden noch einige Jahre dazu kommen.

Versprochen!

Für Schwachsinn war ich mir noch nie zu schade.