Getagged: Event

Punk im Pott

Weihnachtlich Weihnachtskonzerte. Sollte man immer mitnehmen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Und das habe ich getan.

Mit dem besten ein Festival der weihnachtlichen Lieder besucht. Punk im Pott. Ein Musikfestival was mit der Weihnachtszeit, an einem Wochenende, im Areal des Oberhausener Konsumtempels Centro, stattfindet.

Ich möchte Ihnen sagen, dass es auf einem Punktfestival gesitteter zugeht, als auf der Einkaufsmeile selbst.

Von 15 Uhr am Nachmittag bis hin in die frühen Morgenstunden Musik. Musik. Und Musik. Die Turbinenhalle ist eine grandiose Veranstaltungsstätte.

Mein persönliches Highlight waren Das Lumpenpack mit dem Song ´Hauch mich mal an´. Großartiger Song. Wenn Sie einmal Zeit haben, hören Sie sich das an. Es lohnt sich.

In Summe wirklich eine gute Veranstaltung. Ich werde mir das nächstes Jahr wieder antun. Das war gut.

Eine echte Empfehlung.

Iron Maiden – Run for your lives tour 2025

Begonnen hat es irgendwann 1986/1987. Mein Jungendfreund kam in mein Zimmer. Er hatte eine Kassette dabei. Er steckte sie in den Kassettenrekorder und drückte die Play Taste. Zuerst hörte ich eine Stimme, die etwas erzählte, dann ging es los. Ich hörte zum ersten Mal Iron Maiden. The number of the beast.

Es war der Beginn einer musikalischen Verbindung, die mich bis heute prägte. Ich kaufte Alben. T-Shirts. Eine riesige Fahne, die auf diverse Jugendfreizeiten mit auf Reise ging.

Irgendwann 2001 sah ich sie zum ersten Mal. Eine kleine Halle. Vielleicht zehntausend Leute. Zwölf, dreizehn Jahre später sah ich sie ein zweites Mal. Und jetzt wieder. 2025 zum 50. Bühnenjubiläum. Und ich kann Ihnen sagen, es war großartig.

Zum Einstieg 2, 3 neuer Songs. Dann ein Hallo an das Publikum und dann ging es los. So richtig. Die haben die Klassiker runter gerissen. Und sie wurden dafür geliebt. So viel Dampf. So viel Energie. Sie viel Dynamik auf der Bühne. Es war ein großartiger Abend.

Irgendwann, gegen 3 Uhr morgens, bin ich betrunken ins Bett gefallen. Glücklich. Zufrieden. Ich habe sie noch einmal gesehen. Passt. Was will man mehr.

Manowar – Blood of our enemies Tour 2025

1988 oder 1989. In einem der beiden Jahre bekam ich eine Manowar LP in die Hand. Ich überspielte sie auf eine Kassette. Und dann dudelte die Scheibe permanent in meinem Walkman hoch und runter.

Und nun, ein halbes Leben später, habe ich sie mir einmal live angesehen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wenn man einen Sänger mit 73 Jahren auf der Bühne stehen sieht, der einen ganzen Zahl zum Kochen bringt.

Das einzig was auffällt ist, der Bewegungsradius auf der Bühne wird kleiner. Sind die Bandmitglieder früher wie die Irren hin und her gelaufen, ist das heute alles ein wenig statischer. Weniger Bewegung, aber keinerlei Abstriche an der Musik.

War gut. Hat gefallen. Ich hab Carry On vermisst. Das wäre es noch gewesen. Aber gut, ist wie es ist. Ich kann sie von meiner Bucket List streichen. Ich habe die lauteste Band der Welt gesehen.

Habana Arroz

Unter der Woche seit langen mal wieder essen gewesen. Guter Freund und geschätzter Gesprächspartner. Wenn er jetzt noch lernen würde pünktlich zu sein, wäre es großartig. Aber das ist er noch nie gewesen. Und auch wenn es mich manchmal ärgert, er wird es nie sein. Es zu erwarten, wäre unrealistisch.

Eine stylische Location. Wirklich nett. Und die kleine schwarzhaarige Bedienung hat mir sehr gut gefallen. Aber zu jung. Wobei ich heute erst einen Artikel in der Frankfurter Sonntagszeitung gelesen habe. Dort wurde geschrieben, ein Mann hätte sich von seiner Frau getrennt und sei mit der Auszubildenen aus seinem Betrieb nun zusammen. 30 Jahre Altersunterschied, Alter…

Aber eigentlich geht es um das Essen. Sir Ustinov sagte einmal, dass das Essen der Sex des Alters wäre. Ich glaube auch. Je älter man wird, desto mehr legt man den Fokus aufs Essen. Wenn ich mir vorstellen würde, ich hätte so einen 22 jährigen Blasehasen am Start, würde ich irre werden. Mein größter Altersunterschied waren mal 17 Jahre. Nur war die Dame älter. Das war eine der besten Lernkurven meines Lebens.

Kurz: Nette Location, die Vorspeisen fand ich super. Dieses kubanische Reisgericht Habana Arroz hatte ich mir eine Spur aufregender vorgestellt. Aber das kenne ich. Viele Dinge habe ich mir in meinem Leben aufregender vorgestellt, als sie ich diesen zum ersten Mal begegnete.

Irgendwie habe ich heute echt ein Problem den Fokus zu halten.

War ein netter Abend. Mal schauen, wann ich ihn wieder sehen werde. Wir wollen in ein georgisches Restaurant. Ich war schon einmal bei einem Georgier. Das war gut. Die Begleitung auch.

Okay… jetzt reicht es. Haben Sie einen klasse Sonntag.

Betontod – Zeig Dich Tour 2024/2025

Noch eine kleine Nachlese des letzten Wochenendes.

Mit dem besten einen kleinen Zug um die Häuser unternommen und gemeinsam ein kleines Punkkonzert besucht. Betontod. Die Band war bis dahin nicht bekannt. Und erst am Morgen des Konzertes, kam ich dazu, einmal die aktuelle Scheibe hineinzuhören.

Nett gemachter deutscher Mainstream-Punk. Eingängige Musikstücke. Melodisch. Gut konsumierbar. Unterhaltsam. Ein bisschen mitteilungsbedürftig. Im Jahre 2025 ist Punk nicht mehr wirklich Punk. Punk ist ein musikalisches Produkt. Interessant ist, dass die Band auch mit Einflüssen aus dem Ska Bereich und Metal arbeitet. Was wirklich gut funktioniert.

Alles in allem gute Musik. Unterhaltsamer Abend inkl. Bier und Event-Pommes mit Mayo.

Pawel Popolski – Polkamania

Seit langen mal wieder etwas Kunst, oder was man auch darunter verstehen möchte, genossen. Mit dem Besten am letzten Donnerstag einen Abend im Gloria Theater verbracht.

Bis vor einem Jahr kannte ich den Künstler Pawel Popolski nicht. Wurde mir bei Instagram reingespült und ich dachte mir sofort: Hey, den willst Du mal sehen. Eine sehr gute Bühnenshow. Was mir besonders gefallen hat ist der Umstand, dass dieser Künstler wirklich noch mit dem Publikum arbeitet. Und für mich macht es das aus. Das nicht einfache abspulen eines Programms, sondern das Interagieren. Aktion und Reaktion.

Sollten Sie einfach mal die Chance haben ihn zu sehen, holen Sie sich eine Karte und genießen Sie den Abend. Es lohnt sich. 1 3/4 Stunden Kurzweile.

Sollten Sie sich einen kleinen Eindruck verschaffen wollen, dann wechseln Sie einfach auf Youtube.

Stefan Raab und der letzte Kampf von RTL

Ich schaue schon seit Jahren kein Free TV mehr. Serielles Fernsehen passt für mich nicht. Wobei, es stimmt nicht ganz. Silvester schalte ich schon ZDF oder einen anderen Sender ein. Dann dudelt nebenher die Silvesterparty im Fernsehen und gut ist. Aber ansonsten… Streamingdienste oder ARTE Mediathek.

Ich muss zugeben, als vor einigen Monaten der Hype im Stefan Raab und Regina Halmich los ging und eine Rückkehr von Stefan Raab angekündigt wurde, war ich neugierig. Ich schaue gerne Boxen und daher markierte ich mir den Termin im Kalender und bereitete mich entsprechend auf den Abend vor. Bier, Chips und einen freien, ungestörten Abend.

Man kann von Stefan Raab halten, was man will. Aber er ist/war erfolgreich in seinem Tun. Er ist ein Meister der Inszenierung. Und so hat er einen Abend veranstaltet, bei der sich von anderen hochloben, hypen und sich selbst auf ein Podest gestellt hat. Und als Transportmittel hat er sich Regina Halmich bedient. Ich hoffe nur, dass sie sich das gut bezahlen lassen hat. Ein Spaziergang durch sein Tun und Schaffen. Und ja, ich erkenne an, was er als Entertainer geleistet hat, ist wirklich beachtlich. Das haben nicht viele geschafft. Meines ist es nicht, aber das erkenne ich an. Vor der Leistung habe ich Respekt.

Und dann stand er da im Ring und hat sich verdreschen lassen. Bereits nach 45 Sekunden, schnaufend und nach Luft schnappend, in der ersten Runde, hat er sich von Halmich verdreschen lassen. Ein kümmerliches Bild von einem Boxkampf. Da hätte ich eine bessere Vorbereitung erwartet. Keine Deckung. Keine Technik. Null. Wie ein Familienvater auf dem Rummel, der seine Frau und Kinder beeindrucken will, um dann von einem halbprofessionellen Schläger eines aufs Maul bekommt. Halmich hingegen, trainiert, Profi, technisch versiert, fit, flink, schnell, fokussiert. Was für eine Frau!

6 Runden und ein Sieg nach Punkten für Halmich. Raabs einziger Vorteil und Grund einem KO zu entgehen, ist seine Größe und damit die Chance, sich den Gegner auf Distanz zu halten.

Am Ende, ließ man Halmich noch zwei drei Sätze sagen und dann war sie weg. Nicht mehr von Belang. Zur Seite geschoben. Irrelevant. Weg. Wobei sie der wirklich Star des Abends für mich war.

Als der dann im Ring erklärte, dass er wieder Shows machen wolle, bebte und tobte die Halle. Die Leite feierten ihn und für einen kurzen Moment dachte ich mir: „Ahh. Respekt… ein Comeback… cool.“ Der zweite Gedankengang, 5 Sekunden und einmal Nachdenken später: „Comeback? WTF? Wozu?“

In der anschließenden Pressekonferenz ließ er die Katze aus dem Sack. Vor 5 Monaten kam die Führung von RTL auf ihn zu und fragte, ob er nicht wieder Shows machen könne. Und er sagte zu. Was sich mit einer entsprechenden Entlohnung verbunden sein dürfte. ABER… und das war es klar, diese Shows würden nur auf RTL+ im Stream zu sehen sein. Nicht auf RTL. Man muss halt sich den Stream abonnieren.

Der eigentlich Kampf ist nicht der, des Stefan Raabs. Was Sie hier sehen, ist der Kampf eines Medienkonzern, der den Anschluss an das digitale Zeitalter des Streamings nicht geschafft hat und nun versucht, Zuschauer aus dem klassischen Fernkonsum herauszulösen und auf eine Streamingplattform zu bringen. Dort, wo sie mit Netflix, Prime Video und Disney und wie sie alle heißen, konkurrieren müssen. Einen 5 Jahresvertrag für Stefan Raab, was dem Zeitrahmen einer mittelfristigen Planung in Unternehmen entspricht. Man hat eine Mission. Jetzt auch eine Strategie. Und jetzt kommt die Umsetzung.

Sie sind sich nicht sicher, ob meine Analyse so richtig ist? Kann ich verstehen. Sie kann auch falsch sein. Schauen Sie sich einmal den Kursverlauf der RTL Group an und dann stellen Sie sich die Frage, warum man viel Geld in die Hand nimmt und eines der größten Zugpferde aus der Versenkung holt, um den Karren aus dem Dreck zu holen.

Lehnen wir uns zurück und schauen uns einen der letzten Kämpfe, eines Dinosauriers der alten Zeit an. Erinnern Sie sich, als ich einmal sagte: „Wenn die Veränderungsgeschwindigkeit langsamer ist, als die Anpassungsgeschwindigkeit, dann fällt man früher oder später hinten runter.“

Aber wissen Sie, was mich wirklich irre gemacht hat an dem Abend. Diese permanente Werbung, die ständig und minutenlang eingeblendet wurde. Andauernd Werbung. Das ist unglaublich. Alleine das ist schon ein Grund für mich, diesem Format, nach einem Abend, bereits wieder den Rücken zu kehren.

AC/DC auf Schalke

Wenn man Wikipedia befragt, dann kann man in die Veltins Arena auf Schalke, nutzt man den Innenraum mit, 70.000 Leute unter bekommen. Das ist eine Hausnummer, wenn man in Betracht zieht, dass man einer musikalischen Darbietung, einiger älterer gesetzter Männer aus Down Under lauscht.

Oftmals gehen Jugendliche mit ihren Eltern auf ein Konzert, wo die Eltern als Begleitern fungieren. Gestern, bei AC/DC war das anders. Dort kamen die Eltern und hatten ihre Kinder im Schlepptau, um ihnen, meine Vermutung, mal zu zeigen, was sich Mama und Papa so für Musik anhören.

Die Normalverteilungskurve der Besucher war leicht nach U40 verschoben. Was dem Tragen von schwarzen Netzstrümpfen, Kutten mit Aufnähern, roten Haaren, zu engen T-Shirts, mit sich darunter abzeichnenden Brüsten, bei etwas mehr Speck auf dem Rippen, keinen Abbruch tut. Wenn Ihnen klar ist, dass Brian Johnson mit 77 Jahren da eine Show abzieht, kommen Sie sich als Ü50er wie ein jungen Spring-ins-Feld vor. Früher war mehr Bier, mehr Titten und mehr pralle Ärsche in den engen schwarzen Lederminiröcken.

Die Show war ruhiger, als sie es zum Beispiel damals bei der Black Ice Tour war. Und ja, wenn man 77 Jahre alt ist, dann braucht man zwei, drei Songs, bis man die Stimme auf dem Level hat, wie sie zu AC/DC passt. Es wird weniger hin und her gelaufen, die Energie wird für die Musik benötigt.

Wenn wir es reduzieren ist AC/DC an seinem Kern angelangt, der aus Angus Young und Brian Johnson besteht. Phil Rudd ist als Schlagzeuger, aufgrund seiner Kapriolen, ersetzt worden. Stevie Young hat seinen verstorbenen Onkel Malcom Young ersetzt. Und Cliff Williams ist auch nicht mehr mit von der Party. Und dennoch, durch massive Präsens von Brian und Angus ist das erhalten geblieben, was AC/DC ausmacht, in seiner Musik, Form und Art.

Für mich war es ein großartiges Erlebnis die Band noch einmal sehen zu können. Dreimal konnte ich sie sehen. Jetzt würde ich mir wünschen, dass ich sie so in Erinnerung behalten kann. Es ist gut, wie es ist. Mich hat die Band beschäftigt, seit ich morgens mit Heiko und Marko auf dem Weg zu Schule immer noch am Spielplatz angehalten hatte, um dort noch vor der Schule eine Zigarette zu rauchen. Hard´ Heavy war der Bestandteil unserer Jugend. Und während die Schulkameraden sich ihre Tipps von Dr. Sommer aus der Bravo holten, lasen wir Metal Hammer und diskutierten darüber, wie geil das Headliner Cover von Monsters of Rock, damals in Schweinfurt, war, mit Iron Maiden als Platzhirsch. Das Ticket kostete damals irgendwas zwischen 40-50 Deutsche Mark. AC/DC auf Schalke, Nordkurve, 160 EUR.

Wenn ich es schaffe nur halb so viel Energie mit ins Alter zu nehmen, wie Angus Young und Brian Johnson, dann muss man sich nicht um das Altwerden kümmern. Ich bin überzeugt, wenn man etwas hat, für das man brennt, dann wird es einem am Leben erhalten. Man darf nur nie damit aufhören.

Ich kann nur sagen: Danke für eine tolle Show. Für einen grandiosen Abend. Für all das, was mir in meinem Leben an Momenten widerfahren ist, wo ein AC/DC Song dazu lief. Für die handgemachte Musik, die so viele Male lief, wenn ich und meine damaligen Kumpels, bereits betrunken hin und her stolperten. Danke, dass ich die Ära erleben durfte.