Es war einmal… Deutsches Organisationstalent

Als ich letzten Dienstag den Düsseldorfer Flughafen betrat, traute ich meinen Augen nicht, was sich da abspielte. Eine Schlange von Menschen, die sich durch den Flughafen zog. In der Regel brauchte ich 15 Minuten vom Betreten des Flughafens, durch den Sicherheitscheck bis zum Gate 15 Minuten. Das war es.

Jetzt… Aufhebung aller Beschränkungen und Ferien start in NRW musste ich mich in eine Schlange einreihen und brauchte bis zum Betreten des Securitybereiches 40 Minuten. 25 weitere, bis ich dieses Chaos überwunden hatte. Und das lag nicht daran, dass die Leute vom Flughafen ihren Job nicht richtig gemacht haben. 65 Minuten nur für Security bis zum Gate. Fünfundsechzig. In Worten.

Wer auch immer von HR diese Personalbedarfplanung gemacht hat, gehört ein Arbeitsverbot erteilt, weil er absolut unfähig war und keine Ahnung hat, wie das Geschäft läuft. Zu wenig Menschen an den Check In Schaltern. Und dem Security Personal täten ein paar Kollegen auch sehr gut.

Aber am Schlimmsten sind diese Vollpfosten von Touristen die hier eine Tube, da eine Tube haben und vollkommen unvorbereitet aufschlagen, nicht gelesen haben, wie der Bereich zu passieren ist und sich dann noch aufregen. Ein Land voller Idioten. Wie die ersten Menschen.

Das fehlende Personal führte dann dazu, dass man meinen Flug am Abend vor meiner Abreise gecancelt hat. Ich hatte noch Glück. Ich gab das Problem ans Office und man kümmerte sich darum, dass ich am nächsten Tag gut nach Hause kam.

Übrigens… als ich am Donnerstagmorgen aus Italien abreiste dauerte die Wartezeit im Securitybereich 5 Minuten in Italien. Noch mal… 5 Minuten. Die Italiener hatten den Bereich umgebaut, neues Gerät angeschafft und die Prozesse optimiert. Genial. Das lief. Wie man Schnürchen.

Im Grunde genommen sollten die Deutschen sich von den Italiener mal zeigen lassen, wie man es richtig macht.

7 Kommentare

  1. Pressepfarrerin

    Das gilt nicht nur für den Flughafen. Ich bin letzte Woche für ein paar Tage in Rom gewesen. Pünktliche und einfach bazahlbare Busse (1 Euro für 90 Min.) und Regionalzüge (für 1,50 Euro bis ans Meer). In Deutschland fing es schon damit an, dass ich im über eine Stunde verspäteten ICE zum Flughafen in der 1. Klasse stehen musste; auf der Rückfahrt gab es wegen eines entgleisten Vorzuges schließlich einen Taxigutschein. Die Flüge (LH) dann beide verspätet und ohne Catering. Wenn das so weitergeht, hängt Italien uns endgültig ab. Das habe ich in Rom mehrfach gedacht.

  2. Fr Eva

    Sie haben das genau richtig erkannt.

    Wir, die unterste, letzte Reihe von Personal, diejenigen, die seit Jahren schon grundsätzlich nur mit 70% vorsätzlich minimalbesetzt arbeiten äh uns den Arsch abarbeiteten mussten- haben das schon vorhergesagt im allerersten Lockdown. „Wenns wieder losgeht, werden wir am Arsch sein“ – und zwar am 1.4.2020 als zig supergute, motivierte, clevere, zuverlässige, aber befristete KollegInnen nicht verlängert wurden.
    Auf uns hört ja keiner.
    Und jetzt heulen alle rum. Wie, für 9.56 brutto/Std kommt keiner mehr zurück? Ach echt, nur 80Std im Monat möchtest du nicht arbeiten, achso jaaa…davon kannst du Deine Familie nicht ernähren, komisch.

    Wir sind SEHR sauer.
    Wir, die übrig geblieben sind, auch am Ende unserer Kräfte.

    • Herr MiM

      Ja, kann ich verstehen. Den Leuten kann man keinen Vorwurd machen. Das ist ein komplettes Versagen der Organisation an sich und der Planung ins besonderen. Was ich aber wirklich gut finde ist, dass die Leute ja alle, wenn man den offiziellen Statistiken folgt, irgendwo anders untergekommen sind. Dieses Kalkül, es gibt nichts anderes, die kommen schon zurück, ist nicht aufgegangen.

      • Fr Eva

        Richtig- niemand kommt freiwillig zurück, um für 12€ brutto bei jedem Wetter zu jeder Jahreszeit 30kg Koffer unter Zeitdruck zu verladen, wenn er etwas anderes gefunden hat, was weniger anstrengend ist.

        • Herr MiM

          Ich glaube, würde jeder nicht anders machen. An der Stelle haben die Argeitgeber sich ziemlich selber ins Bein geschossen. Und das richtig.

  3. Pingback: Was bisher geschah – Pressepfarrerin

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